Internet TV – Surfen mit dem Fernsehgerät

Dienstag, 14. September 2010

Dass Fernsehen und Internet immer mehr zusammenwachsen, ist schon länger eine beschlossene Sache und spätestens seit der Funkausstellung im Sommer 2010 rückt das neue Medium auch in greifbare Nähe.

Beim Internet TV werden beide Plattformen mittels einer speziellen Set-Top-Box verbunden und können gleichzeitig genutzt werden. In der Praxis wird dazu der Bildschirm in ein Hauptbild und ein Nebenbild geteilt; eine Technik, die dem bekannten Bild-im-Bild-Verfahren (PiP) entspricht. Die Box selber soll dabei auch mit allen externen Geräten wie beispielsweise Blu-Ray-Playern umgehen können und ihre Steuerung soll sogar mit dem Handy bzw. dem Smartphone möglich sein.

Ganz neue Fernseher (ab Mitte 2009) sollen dann entsprechend vorgerüstet sein, so dass keine separate Box mehr erforderlich ist. Zu diesem Zweck arbeiten die Entwickler mit verschiedenen Herstellern zusammen, um das Internet TV voranzubringen, aber auch auf Kooperationen mit Web-Plattformen und TV-Sendern ist man in den letzten Monaten vermehrt eingegangen. So holte beispielsweise Panasonic die Tagesschau, Skype, Eurosport oder die Bild-Zeitung mit ins Boot, während man bei Sony mit dem DFB und der Fifa, der Deutschen Welle oder auch der ProSieben/Sat1-Familie zusammenarbeitet. Auch verschiedene soziale Netzwerke (Facebook, Twitter), diverse Film- und Videoportale (Dailymotion, Acetrax) und auch Nachrichten (Bloomberg), Sport (Eurosport) oder Musik (Q-Tom) gehören zu den ersten Angeboten, die auf dem Internet TV zu sehen sein werden.

Ein Problem, dass noch gelöst werden muss, sind die vielen unterschiedlichen Standards der Anbieter, die untereinander leider nicht vollständig kompatibel sind. So entwickelte Sony sein Bravia, Panasonic taufte das Internet TV auf den Namen Viera Cast, bei Samsung spricht man vom Internet@TV und Philips ist mit seinem NetTV am Start. Und auch Google will den Markt mit seinem Internet TV aufmischen, in dem man zusammen mit Logitech die Box namens Logitech Revue vorstellte. Nach ersten Berichten soll diese Box mit einem 1,2 GHZ-Prozessor und einem Arbeitsspeicher von 4 GB arbeiten. Ferner verfügt die Box über eine HDMI- und eine WLAN-Schnittstelle und ermöglicht neben dem Surfen beim Fernsehen auch einen Video-Chat (720 p), weshalb sie mit einer extra Webcam und einer Funktastatur ausgeliefert wird. So werden die Werbepausen demnächst wohl eher zum Chatten als für den Gang zum Kühlschrank genutzt werden.