GEZ will Fernsehgebühren für Hostel-Zimmer erheben

Dienstag, 7. August 2012

Was für Privathaushalte schon lange zur Abgabenpflicht gehört, soll nun auch für die Betreiber von Hostels in Deutschland gelten: Die GEZ will eine Fernsehgebühr durchsetzen, die für jedes einzelne Zimmer berechnet werden soll. Die Tatsache, dass der überwiegende Anteil an Zimmern in Hostels über eine einfache Ausstattung ohne Fernsehgerät verfügt, scheint bei der Erhebung der GEZ-Gebühren nicht von Interesse zu sein. Genau dagegen möchte die Branche der Hostel-Betreiber nun allerdings vorgehen.

Die Betreiber begleichen bereits die veranschlagten Fernsehgebühren und Gema-Abgaben für die Geräte, die in den Gemeinschaftsräumen der Hostels stehen. Weshalb zukünftig auch für Fernseher gezahlt werden soll, die nicht existent sind, ist für sie nicht plausibel zu begründen. Zudem würde durch die Gebührenerhebung für jedes Zimmer in Höhe von 5,99 Euro pro Monat eine deutliche Mehrbelastung entstehen, die an die Gäste weitergegeben werden müsste. Die Aufstellung von Fernsehgeräten in Hostel-Zimmer soll allerdings für die meisten Betreiber auch weiterhin nicht zur Frage stehen. Viele der meist jungen und internationalen Gäste sind tagsüber die Stadt erkunden und am Abend im Hostel neue Freunde aus aller Welt kennen lernen. Fernsehschauen hat dabei eine niedrige Priorität und ließe sich in einem Zimmer mit sechs oder mehr Betten schwierig umsetzen, wenn Gäste bereits schlafen oder ein anderes Programm schauen möchten.

Die GEZ will mit ihrer neuen Gebührenordnung eine einheitliche Berechnung schaffen, sodass keine Zählung von Fernsehgeräten mehr erforderlich ist. Während diese Regelung für normale Hotels zwar von finanziellem Vorteil, sehen sich die Hostel-Betreiber rechtlich falsch behandelt und drohen an, gerichtlich gegen die Entscheidung vorzugehen. Ob die GEZ ihre Forderungen wirksam zum 1. Januar des nächsten Jahres durchsetzen kann, bleibt demnach abzuwarten.


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