Das Thema aktive & passive 3D Fernseher im Überblick

Freitag, 25. März 2011

Als LG auf der diesjährigen Consumer Electronics Show in Las Vegas seine 3D Fernseher mit passiver Technologie vorführte, ahnten bereits viele Besucher, dass diese Geräte in Zukunft eine größere Rolle spielen werden als bisher. Andere Hersteller von 3D Fernsehern in aktiver Bauweise versuchten, die Bemühungen von LG herunter zu spielen, aber vor kurzem hat auch Philips bekannt gegeben, eine Reihe passiver 3D Fernseher auf den Markt bringen zu wollen.

Bei der Vorführung auf der CES wurde auch deutlich, dass LG mit seinen passiven Geräten mehr beabsichtigt, als sich auf dem Markt als billige und fröhliche Alternative für aktive 3D Technik zu etablieren. Vielmehr scheint das Unternehmen davon überzeugt zu sein, dass die passive Technik die bessere Wahl ist. Die Offensive von LG stützt sich auf Umfragen, die darauf hindeuten, dass mehr als 80 Prozent der Zuschauer passives 3D bevorzugen. Umfragewerte sind immer eine Sache für sich. Betrachtet man zuerst die Auflösung, ist man schnell von den Bildern aktiver 3D Fernseher überzeugt. Insbesondere 3D Blu-ray Filme liefern die gleiche, pixelgenaue Präzision, die man von einem 2D HD Film erwarten würde. Passive Fernseher liefern hier deutlich weichere und weniger detaillierte Bilder. Das ist nicht verwunderlich, wenn man darüber nachdenkt. Denn wenn eine Filterfolie vor einem 1.920 x 1.080 Pixel Bildschirm im 3D Modus die Hälfte der verfügbaren Auflösung an ein Auge sendet, während die andere Hälfte an das andere Auge geht, ist es offensichtlich, dass der Betrachter nur die Hälfte der Auflösung einer Full HD Quelle wahrnimmt.

Damit wird der Kauf eines 3D Blu-ray Players im Grunde zur Geldverschwendung. Ein weiteres Problem für einen passiven 3D Fernseher ist, dass teilweise horizontale Linien in der Struktur des Bildes auftauchen, die von der physikalischen Struktur des 3D Filters verursacht werden. Die Auswirkungen dieses Effektes nehmen umso mehr ab, je weiter weg sich der Betrachter vom Bildschirm aufhält. Aber selbst bei einem 55 Zoll Bildschirm bei normalem Sichtabstand ist dieses Phänomen noch sichtbar. Aufgrund der bisher gemachten Erfahrungen sind die Bilder aktiver Geräte den passiven Konkurrenten deutlich überlegen. Der Wunsch, mit einem passiven 3D Fernseher Geld zu sparen, ist natürlich verständlich, aber dies birgt die Gefahr, sich auch bei 2D Inhalten an eine niedrige Qualität zu gewöhnen.