3-D TV – Die dritte Dimension im Wohnzimmer

Mittwoch, 18. August 2010

Mittlerweile kennt ihn jeder, allerdings muss er dennoch noch einmal erwähnt werden: Avatar hat wohl wie kein anderer Film in den letzten Jahren das Kino verändert. Die 3-D Technik sorgte für eine regelrechte Flut an Filmen, die im Nachhinein noch auf die dritte Dimension aufgeblasen wurden. Demnächst oder auch jetzt schon soll es dann auch in den eigenen vier Wänden so weit sein.

Das flache Wohnzimmer bekommt Volumen

Wenn es nach den Herstellern von TV-Geräten geht, soll es lieber gestern als heute losgehen. Schon immer hat man versucht, mit dem Fernseher dem Kino den Rang abzulaufen. Angesichts der gigantischen Schauwerte aktueller Filme, die auf großen Leinwänden im wahrsten Sinne des Wortes dem Kinobesuch eine ganz neue Dimension verleihen, versuchen die Hersteller zumindest dieses Argument mit der Herstellung von passenden Fernsehern zu entkräften. 3-D TV soll in den kommenden Monaten und Jahren  nach HDTV einer der nächsten großen, digitalen Trends in den Wohnzimmern der Konsumenten werden. 2013 sollen laut Sony bereits etwa 50% aller ausgelieferten Fernseher 3-D-fähig sein.

Der heilige Gral?

Ganz so sorglos, wie die Hersteller sich ihre Pläne meistens ausmalen, wird es allerdings auch diesmal nicht ablaufen. Noch hat 3-D TV einige gewichtige Nachteile, die zwar im Kino dieselben sind. Allerdings darf man nicht vergessen, dass man üblicherweise nur wenige Stunden im Monat im Kino verbringt, wohingegen man dem Fernseher meist mehr Aufmerksamkeit widmet. Auch beim Fernseher werden die bekannten 3-D-Brillen zum Einsatz kommen müssen, jedenfalls solange, bis man eine geeignete und vor allem preisgünstige Lösung für die Verwendung von 3-D TV ohne Brille gefunden hat. Bis dahin dürften allerdings noch etliche Jahre ins Land ziehen.

Außerdem stellt 3-D TV die Anwender vor ganz neue logistische Probleme. Man möchte die Kumpels mal wieder zu einem schönen Fernsehabend einladen? Kein Problem, aber wer hat schon zehn Brillen zu Hause rumliegen? Alternativ bringt jeder seine eigene Brille mit, was allerdings nicht wirklich der Weisheit letzter Schuss sein kann. Nebenbei verursacht die Technik an sich bei einigen Zuschauern Probleme wie Kopfschmerzen oder Schwindelgefühle. Ob man somit wirklich die ganze Zukunft des Fernsehens nur noch ausschließlich in 3-D bestreiten wird, dürfte zumindest mit aktueller Technik äußerst fraglich sein.